Ukraine

Stärkung von Traumafachkräften im Krieg

Der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine hat furchtbare Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung des Landes: Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen, viele wurden Zeugen schwerster Menschenrechtsverbrechen. Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk flohen in den vier Jahren seit Kriegsbeginn 5,7 Millionen Ukrainer:innen ins Ausland. Darüber hinaus waren mindestens 3,7 Millionen Menschen innerhalb der Ukraine auf der Flucht.

Die psychiatrische und psychologische Versorgung in der Ukraine steht vor enormen Herausforderungen. Seit Beginn des Angriffskrieges hat die Weltgesundheitsorganisation mindestens 2881 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen dokumentiert, darunter auch auf Einrichtungen der psychischen Gesundheitsversorgung.

Laut einer Auswertung der Weltgesundheitsorganisation vom Oktober 2024 berichten 68 Prozent der Ukrainer über eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes im Vergleich zur Vorkriegszeit. Am häufigsten sind psychische Gesundheitsprobleme, von denen 46 Prozent der Bevölkerung betroffen sind.
Der Bedarf an qualifizierter Traumahilfe überschreitet das Angebot bei weitem. Hier setzt unser Projekt an.

Unsere Partnerorganisation

In der Ukraine arbeiten wir seit 2023 mit dem Kolpingwerk zusammen. Das Kolpingwerk in der Ukraine ist eine Nichtregierungsorganisation und Teil des Verbandes Kolping International.

Zu den Tätigkeitsfeldern der Organisation gehören Bildungsarbeit, die Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen, die soziale und wirtschaftliche Integration von Binnenvertriebenen, die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen sowie die Entwicklung und Stärkung von Gemeinden.

Kontakt

Julia Borchardt

Projektkoordination Ukraine

julia.borchardt@wings-of-hope.de

Tel: +49 89 50 80 88-51

Fortbildung von Traumafachkräften

Wir stärken die Gesundheitsversorgung in der Ukraine.

Wir reagieren auf den Mangel an qualifizierten Traumafachkräften mit der Ausbildung von 31 Mitarbeitenden des Kolpingwerks in der Ukraine. Die Weiterbildung soll die Fachkräfte aus verschiedenen sozialen Projekten des ukrainischen Kolpingverbandes in die Lage versetzen, in ihrer Arbeit mit Geflüchteten, Kindern und Jugendlichen, Menschen mit Behinderungen oder Senioren neue Angebote der psychosozialen und traumasensiblen Betreuung zu schaffen. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Versorgung von traumatisierter Überlebender in dem kriegsgeplagten Land.

Zwischen November 2023 und November 2025 lernten die Teilnehmenden in acht Modulen, was ein Trauma ist, wie es sich auswirkt und wie man Betroffene unterstützen kann. Nach erfolgreichem Abschluss der ersten Ausbildungsrunde werden die Inhalte nun durch monatliche Online-Supervisionssitzungen und ein Vertiefungsseminar verfestigt. Die Ausbildung eines weiteren Jahrgangs ist in Planung.

News Ukraine

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    13. November 2025

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