Die Folgen des Bürgerkriegs in Liberia sind bis heute spürbar: Viele Menschen leben mit schweren Traumata, während es gleichzeitig an ausreichenden psychosozialen Angeboten mangelt. Fachkräfte sind knapp, professionelle Unterstützung oft nicht zugänglich – besonders in ländlichen Regionen.

Vor diesem Hintergrund starten wir ein neues Projekt zur Stärkung der psychosozialen Versorgung im Land. Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation, der Lutherischen Kirche in Liberia (Programm für Traumaheilung und Versöhnung, THRP), setzen wir uns dafür ein, nachhaltige Strukturen für Traumahilfe aufzubauen.

Im Zentrum steht die praxisnahe Fortbildung von 20 Mitarbeitenden, die in ihren Gemeinden tätig sind. Sie lernen, traumatische Erfahrungen besser zu verstehen und Betroffene gezielt zu begleiten. Neben theoretischen Grundlagen liegt der Fokus vor allem auf praktischen Übungen, Selbstreflexion und dem Aufbau eigener Ressourcen im Umgang mit belastenden Situationen.

Ein besonderer Aspekt des Projekts ist der gegenseitige Austausch: Während wir unsere Expertise in stabilisierender Traumaarbeit einbringen, lernen wir gleichzeitig von unseren Partnern, wie gemeinschaftsbasierte Ansätze Heilung fördern können.

Zwischen August 2026 und Januar 2027 wird das Gelernte durch Präsenztreffen in Monrovia, regelmäßige Online-Supervision und Peer-Austausch vertieft. Ziel ist es, langfristig die psychosoziale Stabilität in den Gemeinden zu stärken und Betroffenen wirksame Unterstützung zu ermöglichen.