Liberia

Nachwirkungen des Bürgerkriegs und hoher Bedarf an psychosozialer Unterstützung

Die Zivilbevölkerung von Liberia leidet bis heute unter den Nachwirkungen des langjährigen Bürgerkriegs von 1989 bis 2003, der Hunderttausende Tote forderte und Millionen Menschen in die Flucht trieb. Viele Liberianer:innen haben schwere Traumata erlebt, geprägt von extremer Gewalt gegen die Zivilbevölkerung, darunter Massaker, sexualisierte Gewalt und die Zwangsrekrutierung von Kindern und Jugendlichen als Soldaten, sowie dem Verlust von Angehörigen, Heimat und Lebensgrundlagen.

Die psychosoziale Versorgung im Land ist stark unterentwickelt. Fachkräfte für Traumaarbeit sind knapp, psychiatrische Angebote selten und viele Betroffene erhalten keine systematische Unterstützung. Zahlreiche Menschen tragen daher anhaltende Traumafolgen, die ihre Lebensqualität, Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe beeinträchtigen.

Vor diesem Hintergrund ist der Bedarf an qualifizierter Traumahilfe in Liberia besonders hoch. Projekte, die Fachkräfte fortbilden, psychosoziale Strukturen stärken und Gemeindeansätze fördern, sind entscheidend, um nachhaltige Unterstützung, Stabilität und Heilung in den betroffenen Regionen zu ermöglichen.

Unsere Partnerorganisation

In Liberia arbeiten wir seit 2022 mit der Lutherischen Kirche in Liberia (LCL) – Programm für Traumaheilung und Versöhnung (THRP) zusammen. Mit dem Programm unterstützt die Kirche Gemeinden und Einzelpersonen insbesondere in ländlichen Regionen bei der psychosozialen Rehabilitation und Friedensförderung.

Wir geben Mitarbeitenden des LCL-THRP unser Wissen in stabilisierender und ressourcenorientierter Traumaarbeit weiter. So können sie traumatisierte Menschen in ihrer Umgebung gezielt unterstützen und die psychische Gesundheit der Menschen in ihren Gemeinden fördern.

Kontakt

Martina Bock

Geschäftsführung und Projektmanagement Ausland

martina.bock@wings-of-hope.de

Tel: +49 89 50 80 88-51
Tel: +49 911 214 23 7

Fortbildung von Traumafachkräften

Wir stärken die psychosoziale Versorgung in Liberia.

Wir stärken die psychosoziale Versorgung in Liberia durch praxisnahe Fortbildungen für 20 Mitarbeitende der Lutherischen Kirche in Liberia. Die Teilnehmenden lernen, was ein Trauma ist, wie es sich auf das Gehirn auswirken kann und wie man Menschen nach traumatischen Erlebnissen begleiten kann.

Die Fortbildung besteht vor allem aus praktischen Übungen: Die Teilnehmenden wenden die Methoden selbst an, reflektieren ihre Erfahrungen und lernen, wie sie diese direkt in der Arbeit einsetzen können. Ein besonderer Fokus liegt darauf, dass die Mitarbeitenden ihre eigenen Kräfte stärken und besser mit belastenden Situationen umgehen können.

Ein besonderes Merkmal dieser Fortbildung ist, dass wir die Perspektive der Traumaarbeit mit Einzelpersonen einbringen und zugleich von unseren Partnern lernen, wie Heilung in der Gemeinschaft gefördert werden kann. Dabei entsteht ein wechselseitiger Lernraum, in dem wir gemeinsam neue Sichtweisen auf die Traumaarbeit entdecken.

Zwischen August 2026 und Januar 2027 wird das Gelernte durch Präsenztreffen in Monrovia, regelmäßige Online-Supervision und den Austausch in kleinen Gruppen weiter vertieft. So können die Fachkräfte ihr Wissen dauerhaft anwenden, traumatisierte Menschen gezielt begleiten und langfristig die psychosoziale Stabilität in den Gemeinden fördern.

Teilnehmende unserer Fortbildungen in Liberia nehmen jedes Jahr an einem internationalen Refresher- und Fortgeschrittenenseminar am Labenbachhof in Ruhpolding teil.