
In unserer Trauma- und Friedensarbeit setzen wir das von Lutz-Ulrich Besser entwickelte KReST-Modell (Körper-, Ressourcen- und systemorientierte Traumaarbeit) ein. Er ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Traumatherapeut und leitet das Zentrum für Psychotraumatologie und Traumatherapie Niedersachsen (zptn). In Zusammenarbeit mit dem zptn führen wir seit 2003 Traumafortbildungen im In- und Ausland durch.
KReST ist eine ressourcenorientierte integrative Methode, die auf aktuellen Erkenntnissen der Neurobiologie sowie der Stress-, Bindungs- und Traumaforschung basiert. Im Mittelpunkt stehen die bewusste Einbeziehung des Körpers, die Aktivierung individueller Ressourcen und eine systemische Perspektive. Letztere umfasst sowohl äußere Systeme wie Familie, Gesellschaft und soziales Umfeld als auch innere Systeme, etwa die Arbeit mit inneren Anteilen und inneren Dynamiken.
Das KreST-Modell gliedert sich in vier Phasen:
- Phase 1: Beziehungsaufbau, Anamnese, Diagnostik und Psychoedukation
- Phase 2: Stabilisierung, Ressourcenmobilisierung, Potenzialentwicklung und Stressregulation
- Phase 3: Traumakonfrontation mit Traumaintegration und Traumasynthese
- Phase 4: Abschied, Betrauern der belastenden Vergangenheit und Neuorientierung
Neben vielen Methoden, wie Imaginationsübungen, der Arbeit mit dem inneren Kind oder Stabilisierungsübungen mit dem Körper, nutzen wir eine spezifische Form der Screen-Technik, sowohl zur Verankerung positiver Ressourcen als auch zur Traumakonfrontation.
Bei der Arbeit mit positiven Life Events wird ein vergangenes Erlebnis von Freude, Stolz oder Glück auf einer imaginären Leinwand betrachtet. Dadurch werden im Hier und Jetzt positive Gefühle und Körperreaktionen aktiviert. In der Traumakonfrontation werden traumatische Erlebnisse ebenfalls aus der Beobachterperspektive auf der Leinwand betrachtet. Die dabei jetzt auftauchenden Gefühle, Körperreaktionen, Gedanken und Überzeugungen werden ressourcenorientiert verarbeitet, moduliert und damit integriert.
Die Traumaweiterbildung nach dem KReST-Modell ist von der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie e. V. (DeGPT) zertifiziert.
Zum Weiterlesen
Besser, L.-U. (2019). Screentechnik KReST (Körper-, Ressourcen- und systemorientierte Traumatherapie): Eine sanfte Methode der Traumakonfrontation, -synthese und -integration.
In H. Rießbeck & G. Müller (Hrsg.), Traumakonfrontation – Traumaintegration. Therapiemethoden im Vergleich. Stuttgart: Kohlhammer.
zptn (o. J.). KReST-Modell – Körper-, Ressourcen- und systemorientierte Traumakonfrontation. Zentrum für Psychotraumatologie und Traumatherapie Niedersachsen.
Website des Zentrums für Psychotraumatologie und Traumatherapie Niedersachsen








