
Vom 23. bis 25. November 2025 haben wir am Labenbachhof ein dreitägiges Seminar zum Thema Kollektive Resilienz und das Paradigma der Integrativen Gemeinschaftstherapie (IGT) veranstaltet. Insgesamt 19 Mitglieder unseres Fachkräftenetzwerks nahmen daran teil.
Die Veranstaltung war Teil unserer jährlichen kostenfreien Fortbildungsangebote für die Mitglieder unseres Fachkräftenetzwerks. Die Seminarreihe ist eingebunden in unser seit 2024 von der EU gefördertes Projekt zur Stabilisierung von Menschen mit Fluchtgeschichte.
Das Seminar wurde von unserem Kollegen Mariano Pedroza geleitet, mit dem uns eine langjährige Zusammenarbeit verbindet. Mariano ist Traumatherapeut und kombiniert in seiner Arbeit körperliche und systemische Ansätze. Er lebt und arbeitet in Brasilien und legt einen besonderen Fokus auf kollektive Resilienz.
Integrative Gemeinschaftstherapie als Paradigmenwechsel
Im Rahmen dieses Seminars konnten wir die IGT nicht nur als eine therapeutische Methode, sondern als Paradigmenwechsel in unserem Verständnis von Heilung und Resilienz erkunden. Anstatt einzelne Probleme isoliert zu betrachten, richtet sie den Blick auf die Gemeinschaft und ihre Ressourcen.
Auf Basis von systemischem Denken, der Sensibilität gegenüber anderen Kulturen und kollektiver Selbstermächtigung eröffnet die IGT Möglichkeiten, gemeinsam wirksam zu werden. Ergänzend zu unseren Erfahrungen in der Traumaarbeit kann sie dazu beitragen, kollektive Resilienz zu fördern und Räume zu schaffen, in denen Gemeinschaften gemeinsam heilen, sich verbinden und gedeihen können.
Lernen durch Erleben: Körper, Musik und Gemeinschaft
Neben interessanten theoretischen Inputs haben wir vor allem viel praktisch geübt, ganz nach dem Prinzip „Learning by Doing“. Besonders geschätzt wurde „der perfekte Wechsel zwischen Theorie und partizipativen praktischen Übungen“.
Da unser Seminarleiter in den körperorientierten Therapiemethoden Tension and Trauma Releasing Exercises (TRE) und Somatic Experiencing ausgebildet ist, haben wir uns intensiv mit dem Körper beschäftigt und gemeinsam Körperübungen ausprobiert. In der Integrativen Gemeinschaftstherapie wird zudem Musik genutzt, um emotionalen Ausdruck und soziale Bindungen in der Gruppe zu fördern. Deshalb haben wir immer wieder gemeinsam gesungen und mit den von den Teilnehmenden mitgebrachten Instrumenten musiziert. „Besonders beeindruckt hat mich die Kraft der Gruppe und das ‚Live‘-Miterleben der Methodenanwendbarkeit“, so eine Teilnehmerin.
Das Seminar war sehr bereichernd und erfüllend. Es verlief in einer wunderschönen, kollegialen, wertschätzenden und belebenden Atmosphäre. Eine Teilnehmerin fasst es wie folgt zusammen: „Es war eine sehr bereichernde Erfahrung mit hohem Erlebnis- und Selbsterfahrungsanteil. Ich bin dankbar dafür.“
Wir sind von den Möglichkeiten der Methode begeistert und wollen sie fest in unser Programm integrieren. Ab 2027 planen wir, eine Weiterbildung anzubieten, in der Interessierte die Integrative Gemeinschaftstherapie selbst erleben und praktisch anwenden können.
Lucija Lukić Holjan








